Pilates bei Knieverletzungen

Knieverletzungen zählen sicherlich zu den häufigsten Verletzungen, die beim Orthopäden vorstellig werden. Die Ursachen sind häufig Verletzungen und Traumen, bei denen das Knie unmittelbaren Schaden nimmt; aber auch eine über längere Zeit bestehende Überbeanspruchung kann das Gewebe im und um das Kniegelenk beschädigen.

Pilates Knieverletzung

Ein anderer, etwas weniger offensichtlicher Auslöser von Kniebeschwerden kann eine Fehlstellung der oberhalb und unterhalb des Knies befindlichen Gelenke sein. Im Zusammenspiel mit sich wiederholenden Bewegungsabläufen, körperlichen Aktivitäten wie Laufen und Gehen oder arbeitsbedingten Belastungen können diese Fehlstellungen die Abnutzung der Gelenkflächen beschleunigen.

Im Knie stellen die Gelenkknorpel des Oberschenkelknochens und der Kniescheibe sowie die als Stoßdämpfer dienenden mittleren und seitlichen Menisken die am verschleißanfälligsten Strukturen dar. Der Abbau von Gelenkgewebe führt zu Fehlbildungen innerhalb des Gelenkknorpels, die sich zuerst durch Knirschen und Knacken in den Gelenken, später auch durch einen Gelenkverschluss bemerkbar machen können. Wenn diese Veränderungen unbehandelt bleiben, treten Schmerzen und Funktionseinschränkungen auf.

Kann Pilates bei Verletzungen des Knies helfen?

Pilates bei Knieverletzungen

Wichtiger Hinweis: Bei Schmerzen im Knie sollte vor Aufnahme eines Sportprogramms, wie z.B. Pilates, ein Arzt konsultiert werden. Der Arzt oder die Ärztin kann am besten einschätzen, ob ein Pilates-Training bei der Behandlung unterstützt oder kontraproduktiv ist.

Die im Pilates mit speziellen Übungsgeräten ausgeführten Bewegungen können helfen, das Ausmaß einer Verletzung einzuschätzen, und sie unterstützen den Heilungsverlauf im geschädigten Knie. Aus den Bewegungsabläufen lassen sich Schlüsse ziehen, inwieweit die Mobilität des Gelenks erhalten ist, während des Trainings wirken die Übungen direkt auf das Kniegelenk ein und beeinflussen die Bewegungen des Gelenks innerhalb der Gelenkkapsel.

Bewegungselemente wie Rollen und Gleiten werden bei der Beinarbeit in Rückenlage auf dem Reformer sicher geführt trainiert, zudem verstärken diese schonenden Übungen die Aktivierung der Muskeln. Mit spürbarer und verbaler Anleitung durch den Pilates-Trainer kann das korrekte Umlernen der beteiligten Muskeln leicht erreicht werden.

Wenn der Patient an Selbstvertrauen und Körperkontrolle gewinnt, werden die Bewegungen mit vollem Gewicht und abnehmender mechanischer Unterstützung durch das Gerät fortgeführt.

Wie schnell die Wiederherstellung voranschreitet, hängt von mehreren Faktoren ab: Dabei spielen unter anderem Art und Ausmaß der Verletzung, der Zeitraum, in dem sich die Schädigung entwickelte, und bereits eingetretene Ausgleichsmechanismen des Körpers eine wichtige Rolle.

Pilates zur Unterstützung der Therapie

Die Übungen können auch eingesetzt werden, um die Behandlung der oben erwähnten schwerwiegenderen Knieverletzungen zu unterstützen. Bewegungen des Kniegelenks finden überwiegend in der Sagittalebene (von vorne nach hinten) in Form von Streckung (Extension) und Beugung (Flexion) statt. Das Ein- und Ausdrehen des Knies oder kreisförmige Drehbewegungen gehen in den meisten Fällen vom Hüftgelenk aus. Werden die Bewegungen von Hüfte und Knie nicht bewusst trainiert, besteht auch bei ausreichend stark ausgebildeten Muskeln die Gefahr, dass das Kniegelenk aus seiner natürlichen Stellung verdrängt wird. Das bewusste Ausrichten des Hüftgelenks stellt die korrekte Positionierung des Knies zwischen der Hüfte und dem Fuß sicher und verhindert das unerwünschte Verdrehen des Kniegelenks während der Belastung.

In der Regel zeigt das Training gute Ergebnisse, da das Pilates-Programm es erlaubt, sich auf die spezifische Problematik einer Verletzung zu konzentrieren. Die Behandlung unterstützt den Heilungsverlauf und kann dazu beitragen, schädliche Einflüsse reduzieren – bereits vorhandene strukturelle Veränderungen können allerdings möglicherweise nicht mehr rückgängig gemacht werden.